Nur rund zehn Prozent der Kinder und Jugendlichen mit einer impfrelevanten Grunderkrankung wurden in den vergangenen Jahren gegen Influenza geimpft. Das geht aus einer Auswertung von Abrechnungsdaten für die Saisons 2014/15 bis 2024/25 hervor.
Dabei empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die jährliche Grippeimpfung seit mehr als 30 Jahren für junge Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen – etwa der Atemwege, des Herz-Kreislauf-Systems oder des Stoffwechsels sowie bei Immundefizienzen. Sie haben ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe und Krankenhausaufenthalte.
Fachleute sehen vor allem Aufklärungsbedarf: Häufig werde Influenza unterschätzt oder die Impfung im Praxisalltag nicht aktiv angesprochen. Die STIKO prüft derzeit zudem, ob eine allgemeine Impfempfehlung für alle Kinder und Jugendlichen sinnvoll ist.
Quellen:
- Robert Koch-Institut (RKI): Epidemiologisches Bulletin 2026, Auswertung der Influenzaimpfquoten bei Kindern und Jugendlichen mit Grunderkrankungen. DOI: 10.25646/14439
- Ständige Impfkommission (STIKO) am RKI: Stellungnahme zur Influenzaimpfung bei Kindern und Jugendlichen mit Grunderkrankungen. DOI: 10.25646/14444

